Wenn ich alte Bekannte treffe oder in der Uni neue Leute kennenlerne, dann weiß ich schon ganz genau, was ich gleich gefragt werde:

Wie ist es eigentlich so Blogger zu sein?

Diese Frage wird oftmals mit einem belustigten Unterton gestellt, weil eine klischeehafte Antwort à la „Ich kriege alles umsonst und präsentiere ich es kurz mal im Internet und chille sonst mein Leben.“ erwartet wird. Da muss ich euch leider enttäuschen. Das Blogger sein umfasst weit mehr als den ganzen Tag auf schön und reich zu tun. Heute habe ich für euch 5 teilweise kritische Punkte, die meinen Alltag und Leben als Blogger zurzeit sehr gut beschreiben, rausgesucht:

1. Man macht überall und jederzeit Fotos

Ich habe schon früher gerne Fotos gemacht und sie auf sozialen Netzwerken geteilt. Manche würden meinen, ich sei einfach nur Kamera-Geil. ^^ Klar, deswegen fotografiere ich hauptsächlich andere Menschen, Tiere und meine tägliche Umgebung. Nur teile ich eben nicht alles auf meinen Instagram Account mit euch. 😉 Ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn es manche nervig finden, wenn Leute ihr Essen zuerst fotografieren bevor sie es anrühren. Für mich ist mittlerweile normal beim Essen ein Foto oder Boomerang schnell für meine Instagram Story zu knipsen und ist für mich auch mit keinem weiteren Aufwand verbunden. #foodislife

2. Man kauft sich nichts mehr, weil man alles geschenkt kriegt

Schön wäre es! Soweit ist es bei mir noch nicht, dass ich auch Alltagsgegenstände wie Klopapier und Druckerpatronen zu geschickt bekomme. 😀 Auch wenn man viele Produkte unverbindlich zu geschickt bekommt, ist der größte Teil der „Geschenke“ Kooperationen. Das heißt der Kunde (=Unternehmen) erwartet von mir eine im Voraus abgemacht Gegenleistung in Form von z.B. Werbung auf meinem Instagram Account. Als Honorar sind Produkte und meine bezahlte Arbeitszeit angesetzt. Und ja das Geld braucht man, um seine Miete, laufende Kosten und eigene Investitionen tätigen zu können. Ich muss gestehen, dass ich mich ebenfalls von anderen Bloggern dazu anstiften lasse die neusten Sachen haben zu müssen. Stichwort: Fast Fashion. Ich versuche alte Sache neu zu kombinieren, aber der Drang die neusten It-Pieces haben zu müssen, ist manchmal stärker als der Wille zum Sparen…

3. Man sitzt den ganzen Tag vor dem Bildschirm

Ja, dieser Punkt ist nicht so schön, aber leider auch die bittere Wahrheit. Wie in jedem anderen Bürojob verbringt man als Blogger die meiste Zeit vor dem Bildschirm. Mein Handy-Akku überlebt trotz 4.000 mAh Leistung keinen ganzen Tag. Mein Laptop ist im Dauerbetrieb und neben mir liegt meistens noch mein iPad herum. Mir fällt es schwer mein Handy selbst für ein paar Minuten wegzulegen und Instagram nicht kurz zu checken. Auch wenn man auf Events und Terminen unterwegs ist, hat man ständig sein Handy für eine Story oder Posting in der Hand parat. Falls ich mal ein Tag lang keine Story poste, habe ich ein schlechtes Gewissen. Aber so ist es halt einfach. Blogger sein ist irgendwo ein Job in einer virtuellen Welt.

4. Kein Tag gleicht dem Anderen

Trotz dem Punkt, dass man die meiste Zeit vor dem Laptop oder Handy chillt, gibt es eine Sache, die ich an meinem Job liebe: Jeder Tag läuft anderes ab. Wenn man selbstständig ist, kann man sich auch den Tagesablauf jedes Mal auf Neue gestalten. Man lernt unglaublich viele neue und inspirierende Menschen kennen, besucht schöne Orte und lernt jeden Tag etwas Neues dazu. Viele von euch wissen wahrscheinlich bereits, dass ich nebenbei als Werkstudentin im Influencer Marketing in einer Online Marketing Agentur arbeite und selbst dort läuft jeder Arbeitstag unterschiedlich ab. Die Abwechslung im Job ist mir persönlich sehr wichtig.

Photo Credits Tobias Burtscher

5. Man kann Privates und Berufliches nicht mehr voneinander trennen

Wann habe ich offiziell Feierabend? Nach meinem abendlichen Posting? Nach der Beantwortung meiner letzten Mail für diesen Tag? Wenn ich Samstagabend auf eine Party gehe? Wahrscheinlich erst, wenn ich wirklich schlafe. 😉 Mein Privatleben teile ich soweit wie möglich (teilweise unbewusst) mit euch und selbst jetzt an einem Sonntag sitze ich vor dem PC und bereite diesen persönlichen Beitrag vor. Das liegt wohl in der menschlichen Natur, dass man am liebsten Personen, die möglichst viel von sich preisgeben, verfolgt. So geht es mir größtenteils auch und ich habe auch kein Problem die langweiligen Aspekte aus meinem Leben mit euch zu teilen. Natürlich respektiere ich trotz allem die Privatsphäre von nachstehenden Personen und zeige sie nicht der Öffentlichkeit, wenn sie das nicht möchten.

So das war mein persönlicher Einblick in meinen Blogger-Alltag. Ich hoffe, ich konnte damit ein paar Klischees und Erwartungen von euch bestätigen. 😀 Interessieren euch solche Eindrücke und wie läuft euer Alltag normalerweise ab? Übrigens in diesem Beitrag erzähle ich euch, was mich am Blogger sein wirklich nervt. Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend!

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3 comments

Reply

Hallo Tanja!

Mir macht das Bloggen einfach Freude und ich finde, Du hast es ganz treffend beschrieben. Es kommt rüber, dass Du dazu stehst und somit wirkst Du auf mich authentisch. I like!

Bloggen macht Spaß und ich wünsche Dir weiter viel Erfolg!

Liebe Grüße,
Natascha

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Ich finde es echt sehr spannend zu lesen wie andere so ihren Bloggeralltag organisieren. Was ich nur bestätigen kann ist, dass man viiiiil Zeit vor dem Bildschirm verbringt. Zwar wechseln die Bildschirme mal zwischen Handy und Laptop aber Bildschirm bleibt Bildschirm. Für mich ist es zum Beispiel auch kein Problem mein Essen vor dem Essen zu fotografieren. Geht ja auch schnell und das Essen wird – entgegen aller Vorurteile – dabei auch nicht kalt.

Liebe Grüße, Milli
(http://www.millilovesfashion.de)

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Wirklich ein richtig cooler Beitrag <3 Manchmal realisiert man erst beim schreiben bzw. lesen, was bloggen eigentlich bedeutet, denn wie du schon sagst oft teilen wir unser leben schon ganz unbewusst <3
Hab einen wundervollen Sonntag,
Liebste Grüße,
Sassi

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